Infos zu Pythen
Pythons sind wie der Grossteil der Schlangen Wuergeschlangen !
Pythen gibt es in den unterschiedlichsten Groessen , je nach Art von ca. 1 meter bis 9 metern !!!
Sie toeten ihre Beute durch strangulation, wobei die Beute weniger erstickt, sondern durch das Zusammenbrechen des Kreislaufs und direkte Organschaedigung bei der Strangulation stirbt. Somit dauert der "Todeskampf" eines Futtertieres bei einem Python meist nur wenige Sekunden (meist unterhalb von 1 Minute).
Pythen kommen meist in Savannen, Subtropen und Tropen vor. Bekannte Arten sind Koenigspython, Tiegerpython, Felsenpython Netzpython, Baumpython u.v.a.m.
Entgegen der laendlaeufigen Meinung greifen Pythen nur sehr selten Menschen an. Unser aufrechter Gang passt einem Python normalerweise nicht ins Beuteschema. Sollten dennoch einmal Menschen durch einen Python zu schaden kommen, so liegt das meist am falschen Umgang mit "gefangenen" Tieren.
Der Netzpython (Python reticulatus) ist die momentan groesste bekannte Schlange. Viele Wissenschaftler hoffen auf den Fund von groesseren Anakondas um diesen Rekord zu brechen. Momentan haelt der Netzpython immernoch diesen Rekord.
Pythen gehoeren in Ihrer Entwicklung zu den "aelteren" Schlangengattungen. Ihre Entwicklung wird auch jetzt noch durch "Aftersporne", welche die Ueberreste ihre Gliedmassen darstellen, belegt. Pythen legen meist Eier und kuemmern sich bis zum Schluepfen ihres Nachwuchs um das Gelege (Temperaturausgleich durch Muskelbewegungen).
Die Hauptsinne bei Pythen sind der "Geruchssinn" , term. Sensoren, Vibrations-Sensoren und ihre Augen.
Der "Geruchssinn" wird durch das "zuengeln" erreicht. Die Zunge nimmt hierbei winzigste Partikel aus der Umwelt auf, und fuehrt diese zum "Jakobschen Organ" im Maulbereich. Hier werden diese "Stoffe" analysiert. Es ist also eine Mischung aus Geruchs-, und Geschmacksinn (einfach ausgedrueckt).
Das "Zuengeln" dient also nicht zur Kuehlung (wie bei einem Hund) sondern zur Orientierung und zur Futtersuche. Hieran erkennt man auch leicht einen interessierten Python. Man bemerkt schnell, das ein angespannter, auf Angriff ausgelegter Python nicht mehr so haeufig zuengelt !
Pythen koennen entgegen der landlaeufigen Meinung auch verhaeltnismaessig gut sehen. Dieses ist aber nicht ihr Hauptsinn, da die meisten Pythen Nachtaktiv sind.
Viele Pythen koennen ihre Beute auch anhand der von Ihnen abgegebenen Waerme aufspuehren. Beim Python regius erkennt man z.B. sehr gut die Thermorezeptoren (kleine Gruebchen) ueber dem Maul. Mit ihnen nimmt der Python die Waermestrahlung der Umgebung war. So kann ein Python leicht auch Beute aufspuehren, welche sich im Gestruepp zu verstecken versucht.
Der eigendliche Hoersinn fehlt. Hierbei hat der Pythen aber einen Sinn, welcher den Gehoersinn ersetzt. Er spuehrt selbst sehr geringe Vibrationen und Schwingungen. Somit hat ein Python (Geraeusche sind ja Schwingungen der Luft) einen absolut vergleichbaren Sinn...wenn nicht noch besser.
Pythen sind Einzelgaenger. Geschichten ueber langjaehrige Partnerschaften oder immer im paar auftretende Pythen kann man somit getrost et acta legen. Ebenso gibt es keine "Schlangennester". Schlangen in solchen "Haufen" sind eigendlich nur bei Gelegen zu finden. Nach dem Schlupf gehen die Schlangen alleine ihrer Wege.
Pythen sind ueber all dies hinaus ausgezeichnete Schwimmer. Viele Pythen haben auch Kaimane oder kleinere Krokodile auf Ihrem Speiseplan. Schneller noch als auf Land, bewegt sich ein Python im Wasser !!
Haeutung :
Von Zeit zu Zeit streifen Schlangen Ihre alte Haut ab. Das ist ein ganz normaler Vorganz. Bei uns "Saeugetieren" passiert dieses meist in sehr kleinen Stuecken. Bei Schlangen geschieht dieses in einem Stueck. Die Schlange wird meist vor der Haeutung traege. Ihre Faerbung wird blass und Ihre Augen verfaerben sich hellgrau. Dieses passiert durch Fluessigkeit, welche sich unter der Haut sammelt. Diese ist noetig, um die Haut abzustossen. Schlangen fuehlen sich auch zu diesem Zeitpunkt nicht "glitschig" oder feucht an !! Ganz im Gegenteil, Schlangen haben eine Schuppige trockenen Haut !
Nach wenigen Tagen sieht die Schlange eigendlich wieder ganz normal aus. Sie beginnt sich dann, an haerteren Gegenstaenden zu reiben (meist im Kopfbereich). Hat sie einmal die Haut aufgerissen, so streift sie dieses "Natternhemd" in einem Stueck ab. Eine Haeutung, bei der die das Natternhemd nicht in einem Stueck abgestreift wird, ist meist ein Zeichen fuer fehlende Luftfeuchtigkeit, unwohlsein oder andere negative Einfluesse auf das Tier.
Zaehne bei Pythen:
Pythen haben eine enorme Anzahl an Zaehnen. Diese sind nicht so ausgepraegt wie bei den meisten Giftschlangen. Dennoch reichen diese aus, um Beutetiere zu Packen. Baumpythen z.B. packen ohne Probleme Voegel auch im Flug !
Koerpertemperatur :
Da Pythen ihre Koerpertemperatur nicht wie wir "Saeugetiere" halten koennen, sind sie auf die Umgebung angewiesen. Die meisten Pythen leben deshalb auch in waermeren Gefilden. Die Temperatur bestimmt das gesammte Leben eines Python. z.B. ist Sie ein wichtiges Hilfsmittel bei der Verdauung. Man nehme einen Python welcher gerade ein Kanninchen oder noch groesseres Tier erbeutet und verschlungen hat (Python verschlingen ihre Beute immer ganz..sie sind nicht in der Lage diese zu zerteilen...die Zaehne dienen nur zum Festhalten der Beute). Nun beginnt fuer den Python ein Wettlauf mit der Zeit. Er muss die komplette Beute verdauen, bevor der Verwesungsprozess einsetzt und Gifte freisetzt. Hierbei spielt die Temperatur eine entscheidende Rolle.
Bedrohung :
Die meisten Pythen stehen auf der Washingtoner Artenschutzliste im Anhang II, wenige auch im Anhang I.
Leider werden diese Tiere immernoch wegen ihrer Haut und ihrem Fleisch gejagt. In Asien gehoert Pythonfleisch leider als Delikatesse zur Tagesordnung. Hier werden taeglich grosse Mengen Pythen getoetet (welche meist aus der freien Wildbahn entnommen wurden).
Deshalb findet man leider nur noch selten freilebende "grosse" Exemplare.
Pythen werden je nach Art bis zu 35 Jahren alt, dieses Alter erleben aber aus oben genannten Gruenden leider die wenigsten.
Pythonhaltung - Gefahr ?
Oftmals werde ich darauf angesprochen, ob es nicht gefaehrlich waere diese Tiere zu halten und zu zuechten.
Hierbei muss ich immer wieder antworten :
Die Groesse der Gefahr beeinflusse ich selbst. Wer einen Python vernuenftig haelt, laeuft keine Gefahr von diesem Tier angegriffen zu werden. Ich halte jeden Haushalt fuer gefaehrlicher. Autofahren ist gegenueber der Pythonhaltung eigendlich Selbstmord (:-) )
Selbst wenn man Schlagzeilen ueber "entflohene" Riesenschlangen in den Medien liest, so besteht von denen aus fuer die normale Bevoelkerung nur ein sehr geringes Risiko.
Mehr Sorgen macht mir die Modeerscheinung "Schlangenhaltung" bei der es sich anscheined weniger um die Tiere, als mehr das ums "Aussergewoehnliche" geht. Hier sollte jeder begreifen, das die Riesenschlangenhaltung nicht mit der Haltung einer Katze oder eines Hundes vergleichbar ist. Der Aufwand um dem Python ein Naturgetreuen Umfeld zu schaffen ist imens !
Hier eine kleine Verhaltensuebersicht: (aus meiner Erfahrung)
1.) Stark zuengelnder Python...zeugt von Interesse. In diesem moment brauch ich bei meinen Python kaum mit Agression rechnen.
2.) Ruhige Lage, Kopf zuckt kurz alls wolle er sich eingraben.
Zeigt ruhende Beobachtungsphase. Oftmals hat man das Gefuehl, der Python wuerde einschlafen, da er in diesem Zustand schreckhaft ist.
3.) S-Form der vorderen Halspartie. Kaum zuengeln, leichtes muskelzittern. Hier ist vorsicht geboten. Dieses ist die typische Angriffshaltung. Die Muskeln sind angespannt und die S-Form ermoeglicht ein schnelles nach vorne "schlagen".
Die Atmung ist ebenso ein fast untruegbares Zeichen fuer den momentanen Zustand. Eine schnelle Atemfrequenz zeigt Anspannung an. Auch hier sollte man vorsichtig sein.
Pythons sind neugirieg.Bei "Freigaengen" erkunden sie sehr genau ihre Umgebung. Hier sollte man sich immer ruhig verhalten. Hektische Bewegungen sind zu vermeiden. Ein langgestreckter Python ist selten eine Gefahr. Bei der Entnahme eines Pythons aus dem Terrarium sollte man grundsaetzlich vorsichtig sein. Das Terrarium ist sein Lebensraum, den er auch zu verteidigen versteht. Der Einfachheit halber sollte man die Distanz zum Kopf mit Handschuhen gering halten. Somit hat der Python notfalls nur einen kleinen Aktionsradius. Er kann so nicht die noetige Spannung fuer einen grossen Angriff aufbauen.
Falls sich ein Python trotzdem einmal fest um z.B. den Arm wickelt, so sollte man in immer vom Schwanz her abwickeln.
Pythen sind an ihrem hinteren Ende sehr empfindlich. Beruehrungen hier werden sofort wargenommen. Ich bekomme meine "grossen" sehr leicht durch leichtes Kitzeln am Bauch oder Schwanz zurueck ins Terrarium.
Andere Haustiere uns Pythen:
Auch wir haben z.B. noch Katzen.....hier sage ich klar : feines Fresschen ! Also, NIE absolut NIE den Python haendeln, wenn ein anderes Haustier in der Naehe ist. Fuer den Python ist es ganz klar ein Beutetier...der Mensch wird dann als stoerendes Uebel oder manchmal sogar als Futterkonkurent wargenommen. Hierbei greift der Python dann auch schon mal zu.
Ebenso sollte man Futtertiere NIE mit der Hand anpacken. Pythen nehmen die Restgerueche der Futtertiere sehr gut an den Haenden war und somit ist fuer einem Python HAND = FUTTER....fatal !!
Viele Leute fuettern ihre Pythen ausserhalb des Terrariums um dem Python nicht das Gefuehl zu geben...wenn Scheibe auf..dann kommt Futter.
Hierzu ist meine Einstellung :
Immer im Terrarium fuettern !
(Wer will auch schon einen 6 Meter langen Python jedesmal
per Hand umsetzen ?)
Gerade die Fuetterung ist mit der fuer den Menschen Risikoreichste Part der Pythonhaltung. Die wenigsten haben ein 2ītes Terrarium in dem man den Python sicher fuettern kann. Das Futtertier ist zur aktiven Phase des Pythons ins Terrarium einzubringen. Man sollte das Futter auch nicht zu gross waehlen. Natuerlich kann ein ausgewachsener 'sabae' ohne Probleme mit einem Schwein fertig werden, das Verletzungsrisiko ist aber ungleich hoeher als bei kleinen Beutetieren. Gleichzeitig bedeutet ein groesseres Futtertier auch einen laengeren Kampf..und das sollte man seinem Python, und auch dem Futtertier nicht antun.
Vorherige Toetung des Futtertieres halte ich fuer Problematisch. Die wenigsten koennen ein Tier human toeten. Hierbei passieren oftmals Missgeschicke, welche das Leiden des Beutetieres unnuetz verlaengern wuerden. Der oft angwandte "Genickbruck" ist wirklich nur von Fachleuten durchfuehrbar. Alle anderen Toetungsmethoden halte ich fuer nicht angebracht...da ist der Python humaner.
Jeder dem sich jetzt die Haare straeuben muss ich klar sagen, dass Grillhaenchen in der Tiefkuehltruhe wurde wesentlich brutaler getoetet !!! (nur sie als Kunde sehen es nicht...!!!)
Kleinere Futtertiere erleichtern dem Python auch die Verdauung !
Hierbei einige kleinige Hoechstleistungen :
Ein Python verdaut sein Beutetier fast komplett ! Knochen , sowie Zaehne etc....seine eigenen Zaehne (falls er beim schlagen einmal welche verliert...was sie aber nie mitbekommen werden :-) ) Kann er nicht verdauen !! Ebenso koennen Pythen sehr lange fasten..von wenigen Monaten bis zu fast 2 Jahren !!
Die Ausscheidungen eines Python sehen denen des Menschen eigendlich sehr aenlich. Sie sind fest und (smile) uebelrichend. Beim Urinlass kommt zusaetzlich meist ein Uratblock mit heraus (kristall. Harnsaeure). Breiiger Kot kommt meist nur bei der Verfuetterung von Gefluegel vor...hier sind die Federanteile dafuer verantwortlich. Wegen der Salmonellengefahr sollte man aber nicht oft Gefluegel verfuettern.
Diese Ausscheidungen sollte man auch zyklisch einschicken und untersuchen lassen. Gerade bei neuen Tieren, ist eine solche Untersuchung sinnvoll...bei Wildfaengen unerlaesslich. Viele Wildfaenge beherbergen Parasiten, welche durch den Kot festgestellt werden koennen. Einem Python sieht man es leider von Aussen nicht an, ob sich z.B. Wuermer in ihm befinden, welche fuer ihn aber Lebensgefahr bedeuten koennen.
Ektoparasiten :
Meist findet man bei Neuerwerbungen kleine dunkle umherlaufende Punkte. Diese sieht man auch unter dem kopf, oder in der Bauchgegend unter den Schuppen sitzen. Hier hat man es mit Milben zu tun. Diese koennen die Entwicklung der einzelnen Schuppen beeinflussen. Pythen die oft und ausgibig baden sind meist mit diesen Plagegeistern behaftet (hier ist KEINE Gefahr fuer den Menschen gegeben !!). Gegen Milben kann man leicht etwas unternehmen. Ein einfaches Mittel sind Globol oder Blattanex Stripes. Diese Stripes enthalten meist den Wirkstoff Dichlorvos (?? Schreibweise ??). Hier sollte man diese Stripes in korrekter oder leicht (!!!) erhoehter Dosierung an einen fuer den Python unzugaenglichen Platz im Terrarium installieren. 14 Tage sollte dieser Stripe dort bleiben, um nach den Nachwuchs dieser Plagegeister zu erledigen. Hierbei kann eigendlich die Einrichtung im Terrarium bleiben. Das Wasser sollte allerdings taeglich gewechselt werden..(was man eigendlich immer macht ).
Haeutung:
Waerend der Haeutung sollte man seinen Python genau beobachten. Haeutungsreste sind unbedingt zu entfernen. Haeutungsreste an z.B. der Schwanzspitze verhindern die Durchblutung, ein Absterben kann die Folge sein. Ebenso koennen Haeutungsreste an den Augen zu Entzuendungen fuehren. Hier sollte man seinen Python notfalls ein wenig unterstutzen. Als gutes mittel hat sich ein altes Frottehandtuch bewaehrt. Dieses sollte schoen hart sein (also keinen Weichspuehler verwenden :-)). Vorher sollte man die Hautpartien gut befeuchten. Bei den Augen ist vorsicht geboten. Hier ist es nur schwer zu entscheiden, ob hier Hautreste vorhanden sind...es soll schon zu Verletzungen gekommen sein,
weil besitzer annahmen, ihr Python haette sich im augenbereich nicht korrekt gehaeutet...die Folge waren Netzhautverletzungen...ein Python schreit nunmal nicht..(sorry fuer diesen Vergleich..so ist es aber nunmal..)
Alles in allem sind Schlangen ein noch sehr unerforschtes Gebiet bei dem wir noch eine Menge lernen muessen. Das sollte aber keinen davon abhalten, sich mit diesen Tieren zu beschaeftigen und die Tiere danken es einem durch ihre Schoenheit und viele kleine Wunder, welche so ein Schlangenleben umgeben.